Ostheopathie

Wörtlich übersetzt bedeutet Ostheopathie „Knochenleiden” von griechisch Osteon = Knochen und Pathos = Leiden.

Geschichte und Ausbildung
Das Grundkonzept geht auf den amerikanischen Arzt Dr. Andrew Taylor Still (1829 - 1917) zurück. Nach mehreren privaten Schicksalsschlägen suchte er nach neuen Ansätzen und Wegen in der Medizin und entwickelte so die Grundlagen der Osteopathie. Während die Osteopathen in Amerika den normalen Schulmedizienern gleichgestellt sind, sind es in Deutschland überwiegend Physiotherapeuten und Heilpraktiker, die diesen Beruf ausüben. Die Ausbildung erfolgt meistens nebenberuflich und dauert in der Regel 5-6 Jahre.

Philosophie
Die Osteopathie geht davon aus, dass der menschliche Körper eine Einheit bildet, in der Strukturen und Funktionen von einander abhängig sind und sich beeinflussen. Der Körper befindet sich durch chemische Wechselwirkungen und mechanischen Spannungen in ständigem Fluss bzw. ständiger Bewegung. Der Körper befindet sich unter normalen Umständen in einem komplexen Gleichgewichtssystem und neigt dazu, Störungen dieses Gleichgewichts selbst zu regulieren. Diese Selbstheilungskräfte versucht der Osteopath zu nutzen und zu mobilisieren, damit der Körper wieder in sein Gleichgewicht kommt und der normale Fluss wieder hergestellt wird.

Behandlung
Hat der Patient sein Gleichgewicht durch physische (Unfall, Körperhaltung etc.), psychische (z.B. Stress), durch Krankheit oder falsche Ernährung verloren, bekommt er irgendwann Beschwerden. Mit sanften Techniken versucht der Osteopath regulierend auf das entsprechende Gewebe einzuwirken und hilft so dem Körper, sein Gleichgewicht wieder her-zustellen. Die Kunst des Ostopathen besteht darin, die ursächliche Störung ausfindig zu machen und so zu beeinflussen, dass der Körper sein Gleichgewicht wiedererlangen kann und der normale Fluss wieder hergestellt wird. Heute besteht die Osteopathie im wesentlichen aus drei Bereichen, die aber untereinander in Bezug gesetzt werden müssen.
  1. pareitaler Bereich; betrifft den Bewegungsapparat mit seinen Gelenken, Muskeln, Sehnen und Knochen
  2. visceraler Bereich; betrifft Organe, Blut- und Lymphgefässe und Nervenbahnen
  3. craniosacraler Bereich; betrifft den Schädel mit seinen einzelnen Knochen, das Kreuzbein, intra- und extracraniellen Membranen, cereboospinale Flüssigkeit und das Nervensystem.

Eine osteopathische Behandlung dauert ca. 40 - 60 Minuten. Zwischen den Behandlungen kann aber durchaus ein Zeitraum von 1 - 2 Wochen liegen.